08.03.2022 00:00 Alter: 275 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Wir gründen einen Schafzuchtverein!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, einen Schafzuchtverein zu gründen? Zwei junge schafbegeisterte Tiroler haben die Initiative ergriffen und erzählen uns von ihrem Weg zum eigenen Verein.

Foto: Eberl

„Wir lieben die Walliser Schwarznasenschafe“, sagt Michael Eberl mit leuchtenden Augen. Der 29-Jährige hat vier Hektar steiles Gelände zu bewirtschaften und entschied sich vor einigen Jahren für Schafe dieser Rasse. Er trat daraufhin dem Walliser Schwarznasenschaf-Zuchtverein Wipptal bei. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass in seiner Umgebung zwei weitere junge Männer diese Rasse hielten und sich in zwei unterschiedlichen Schwarznasen-Zuchtvereinen engagierten. „Da es nur drei Vereine für diese Rasse in Tirol gab und diese in den Bezirken Reutte, Innsbruck Land und Kitzbühel beheimatet sind, war es für uns klar, dass wir im Herzen von Tirol auch einen Verein brauchen.“

 

Seit 35 Jahren in Tirol

 

„Die Chronologie des Walliser Schwarznasen-Zuchtvereins Tirol besagt, dass am 13. April 1987 die ersten Walliser Schwarznasenschafe per Eisenbahn nach Buchs nahe Feldkirch transportiert und dort von drei Tiroler Bauern mit dem Auto abgeholt wurden. Einer dieser Bauern war Josef Krall, der uns neben Fredi Somweber bei unserem Vorhaben mit viel Fachwissen unterstützte.“ Zu Beginn war die von der Landwirtschaftskammer Tirol genehmigte „versuchsweise Haltung“ der Walliser Schwarznasenschafe nur unter verschiedenen Auflagen erlaubt: Vermeidung des Zusammentreffens mit anderen Tieren; Verkaufsverbot an andere Bauern; Haltung unter Obhut der Landwirtschaftskammer mit entsprechenden Aufzeichnungen ähnlich der Herdebuchführung sowie eine fünfjährige Zeitbegrenzung. Mittlerweile ist diese Rasse in Tirol so beliebt, dass es für den neuen Verein die größte Herausforderung war, genügend Herdbuchtiere für die Vereinsgründung zusammenzubekommen. Konkurrenz zu Züchtern der Tiroler „Nationalrasse“, dem Tiroler Bergschaf, gibt es laut Michael Eberl nicht: „Walliser-Züchter verfolgen andere Ziele. Walliser Schwarznasen sind Liebhabertiere, mit deren Wolle und Fleisch sich nur ein geringer Profit erzielen lässt. Man besitzt meist nur wenige dieser urigen Tiere mit dem Zottelfell und den gedrehten Hörnern und hängt umso mehr an ihnen.“

 

Eine Liste mit den einzelnen Schritten zum Schafzuchtverein und was der neue Verein noch vor hat lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Schafe&Ziegen aktuell. Hier gratis Probeheft bestellen

Wenn Sie die Züchter und ihre Tiere persönlich kennenlernen wollen, besuchen Sie die Widderschau im Vomp am 19.3.2022!