25.05.2022 00:00 Alter: 197 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Eine määhgagute Weide

Von Milchziegenhaltern wird gefordert, einen konstanten Milchgeschmack zu liefern. Um herauszufinden, wie stark dieser von verschiedenen Pflanzen in der Weide beeinflusst wird, haben zwei Maturantinnen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein 720 Milchproben verkostet.

Foto: Dudarev Mikhail/shutterstock.com

Immer wieder gerät der Geschmack von Ziegenmilch unter Verruf. Einerseits, weil Konsumenten den speziellen Eigengeschmack dieses hochwertigen Produktes nicht gewohnt sind, andererseits, weil aufgrund mehrerer Problemquellen manchmal wirklich unangenehme Geschmäcker auftreten. Besonders unter den schwankenden Bedingungen der Weidehaltung stehen Milchziegenhalter vor der Herausforderung einen konstanten Milchgeschmack zu liefern. Damit jene Hürde zu keinem Hindernis wird, untersuchten zwei Maturantinnen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in ihrer Diplomarbeit die Auswirkungen von Weideflächen verschiedener botanischer Zusammensetzung auf das Futteraufnahmeverhalten und die Milcheigenschaften.

 

Vier Saatgutmischungen

 

Die Versuchsfläche unterteilte sich in vier Parzellen, auf denen verschiedene Saatgutmischungen angesät wurden. Neben einer Standardsaatgutmischung (ÖAG-Weidemischung) wurden drei weitere Mischungen zusammengestellt, mit dem Ziel, die besonderen Bedürfnisse der kleinen Wiederkäuer zu bedienen:

• Standard-Weidemischung (ÖAG-Weidemischung)

• Gräser-Kräuter-Mischung

• Gräser-Leguminosen-Mischung

• Gräser-Kräuter-Leguminosen-Mischung

Im Rahmen des Projektes wurden drei Weidedurchgänge im Sommer 2021 durchgeführt. Dabei weideten jeweils vier Ziegen pro Versuchsparzelle über fünf Tage auf den jeweiligen Mischungen. Die Ziegen wurden morgens und abends gemolken. Am jeweils letzten Tag der Weidedurchgänge wurde die Milch jeder Ziege separat gemolken und der Geschmack in einer Blindverkostung erhoben. Insgesamt wurden 720 Milchproben verkostet. Da die Inhaltsstoffe der Milch deren Geschmack wesentlich beeinflussen, wurden auch diese analysiert. Die Parameter Fettgehalt, Eiweißgehalt, Lactose, Harnstoff, Zellzahl sowie fettfreie Trockenmasse wurden dabei ermittelt und interpretiert. Bei der Auswertung wurde besonderes Augenmerk auf den Einfluss von Kräutern sowie Leguminosen auf den Milchgeschmack gelegt. Um die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht zu lassen, wurden der Futterertrag und die Futteraufnahme der Weidezusammensetzungen mit Hilfe von Weidekörben ermittelt. Einige Kräuter und Leguminosen enthalten Tannine, die der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe angehören. Nachdem diese sekundären Pflanzenstoffe mit einem bitteren Geschmack in Verbindung gebracht werden, wurde mit Hilfe von Beobachtungseinheiten am Feld das Futteraufnahmeverhalten der Ziegen beurteilt. Dazu wurde eine fünfte Versuchsparzelle angelegt, in der alle vier Saatgutmischungen angesät wurden. Die vier Ziegen dieser Parzelle (Abbildungen 3 und 4) konnten demnach wählen, für welche Saatgutmischung sie sich entscheiden. Die Erhebung erfolgte jeweils für eine Stunde am Morgen und am Abend direkt nach dem Melken. Dabei wurde in Intervallen von zehn Minuten aufgezeichnet, auf welcher Kleinparzelle sich die Ziegen gerade aufhielten.

 

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